Tips für den Umgang mit Weihrauch

Allgemeines

Weihrauch entfaltet seinen charakteristischen balsamartigen Duft, wenn er erhitzt wird und schmilzt. Traditionellerweise geschieht das, indem man ihn auf glühende Kohlen streut. Neben der Kohle sind prinzipiell aber auch andere Hitzequellen denkbar. Ins offene Feuer sollte man Weihrauch keinesfalls streuen; in diesem Fall nämlich entzündet sich das Harz und verbrennt, wobei wenig Duftstoff freigesetzt wird.

Die Kohle

Im Handel sind spezielle Weihrauchkohlen in verschiedenen Abmessungen erhältlich. Für den Wohnraum reichen die kleinsten mit einem Durchmesser von 2–3 cm aus. Sie sind allerdings schwieriger zu bekommen als die für den kirchlichen Gebrauch mit 4–5 cm Durchmesser. Schnellzünderkohle kann man mit einem Feuerzeug entzünden, eine normale Kohle muß man längere Zeit in eine Flamme halten, bis sie zu glühen beginnt. Intensive Luftzufuhr beschleunigt das Durchglühen der Kohle. Die besten Räucherergebnisse erzielt man, wenn man den Weihrauch auf eine rotglühende Kohle streut.

Weihrauch auf der Kohle

Man sollte nicht zuviel Weihrauchharz auf die Kohle streuen. Die Schmelze könnte die Glut ersticken.

Nach und nach verkrustet das Harz auf der Kohle, wird dunkel, schließlich schwarz und riecht zunehmend weniger angenehm. Um das zu vermeiden und die Kohle zudem lang am Glühen zu halten, empfiehlt es sich, die verbrannten Harzreste regelmäßig von der Kohle zu kratzen und vor dem erneuten Aufstreuen von Weihrauch zu warten, bis die Glut wieder bis zur Oberfläche der Kohle durchgedrungen ist.

Weihrauchqualitäten

Prinzipiell sind zwei Zubereitungen von Weihrauch zu unterscheiden:

Weihrauchharz: Harzkörnchen entweder sortenrein oder in Mischungen unterschiedlicher Herkunft. Den handelsüblichen Mischungen sind häufig Räucherstoffe (wie Blüten, Sandelholz oder Rinden) beigemischt, um die optische Wahrnehmbarkeit zu erhöhen. Für die Atemluft ist dies eher schädlich. Auch sind buntfarbige Mischungen bedenklich, solange sie nicht mit Lebensmittelfarben behandelt wurden.

Blütenweihrauch: Weihrauchharz, dem ätherische Öle zugesetzt wurden. Der Blütenweihrauch hat nicht den charakteristischen Balsamduft, sondern riecht intensiv nach dem zugesetzten ätherischen Öl, das durch das Schmelzen des Harzes frei wird. Herstellungsprozeß von Blütenweihrauch

Weihrauchsorten sollte man untereinander nicht mischen. Auf keinen Fall sollte man Qualitäten aus reinem Harz und mit ätherischen Ölen kombinieren: Sie haben unterschiedliche Schmelzpunkte und überlagern einander zudem im Duft.

Byzantinischer Blütenweihrauch

Beim byzantinischen Blütenweihrauch ist generell weniger mehr! 3–5 Kügelchen pro Kohle reichen für die Inzens einer Kirche. Zuhause sollten es nie mehr als 2 Kügelchen gleichzeitig sein. Der byzantinische Weihrauch entwickelt weniger Rauch, duftet dafür aber umso intensiver. Auch braucht er länger, bis der Duft freigesetzt wird. Bei der liturgischen Räucherung ist es daher zweckmäßig, den Weihrauch bereits in der Sakristei ins Faß zu füllen und dieses dem Zelebranten fertig anzureichen. Auch ist es unter Umständen zweckmäßig, die Kügelchen nicht auf die Kohle zu streuen, sondern (etwa mit einer Pinzette) neben die Kohle zu legen. Der Weihrauch schmilzt dann langsamer und das ätherische Öl tritt aus, ohne daß das Harz bereits kokelt. Nach der Räucherung ist es erforderlich, die Reste des verkokelten Weihrauchs von der Kohle zu schaben.

Verwendet man mehrere Sorten Blütenweihrauch benutzt man die herberen (z.B. Zitrone oder Zypresse) zu den „Reinigungsriten“ (Altarinzens etc.) und die süßeren (Rose) zur Verehrung (Evangelium etc.).

Räuchergefäße

Neben den klassischen Weihrauchfässern gibt es mittlerweile wieder eine ganze Anzahl von Räuchergefäßen für Weihrauch. Da der Hitzestau in Räucherschalen zur ortsfesten Verbrennung von Weihrauch größer ist als im bewegten Rauchfaß und zudem der Untergrund Schaden nehmen könnte, füllt man als Isolierschicht am besten etwas Sand ins Gefäß, auf den man eine einfache Blechschale für die Kohle stellt.

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Michael Pfeifer:
Der Weihrauch
Geschichte, Bedeutung, Verwendung
224 Seiten, 13,5 × 21 cm, 10 Abbildungen, Klebebindung, fester Einband
EUR 19,95 · ISBN 978-3-7917-1566-7 · Verlag Friedrich Pustet, Regensburg

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